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Wolfsburg ist auf dem Weg zu einer Smart City

DIGITALISIERUNGSSTRATEGIE

Die Stadt Wolfsburg hat in Kooperation mit Volkswagen eine Digitalisierungsstrategie entwickelt. Wolfsburg will sich zum Vorreiter in der Elektromobilität entwickeln. Ferner sollen neue Geschäftsfelder im IT-Bereich entstehen. Die Stadtwerke Wolfsburg und ihr Tochterunternehmen Wobcom sind bei der Errichtung eines Breitbandnetzes und der Schaffung einer offenen digitalen Plattform federführend. Auf dieser Plattform sollen Initiativen, Angebote und Projekte basierend auf der Vernetzung von Daten aus allen Feldern der Stadt entstehen.

VON FASER ZU WLAN

Laut Dr. Frank Kästner (Vorstand der Stadtwerke Wolfsburg) sollen alle 80.000 Haushalte im Stadtgebiet von Wolfsburg bis 2021 mit Glasfaser versorgt sein. Zudem wird ein flächendeckendes WLAN entwickelt. Dieses soll laut Dalibor Dreznjak (Leiter Unternehmensentwicklung der Stadtwerke Wolfsburg) als öffentliches WLAN zur Verfügung stehen, beispielsweise aber auch für autonomes Fahren genutzt werden.

KERN DES NEUEN NETZES

Den Kern der Infrastruktur bildet das Wobcom-Rechenzentrum im Nordkopf-Tower im Zentrum von Wolfsburg. Dort befindet sich der Internetknotenpunkt für die Region mit einer schnellen Anbindung an andere Internetknoten und verschiedene Netzwerke. Durch den Ausbau des Breitbandnetzes werden außerdem zahlreiche kleine Edge- Rechenzentren im gesamten Stadtgebiet entstehen. Diese Rechenzentren sind für die schnelle Datenverarbeitung bei 5G-Mobilfunkübertragungen und vor allem für autonomes Fahren erforderlich. Zudem ist das neue zentrale Rechenzentrum mit einem anderen Rechenzentrum der Stadtwerke in der Stadt verbunden.

FÜNF ETAGEN

Das neue Rechenzentrum bildet den Kern des Breitbandnetzes, beherbergt regionale Cloud-Lösungen und bietet Privatpersonen, Unternehmen und örtlichen Behörden Hosting- und Colocation-Dienste. Das Rechenzentrum erstreckt sich über fünf Etagen im Herzen des Nordkopf. Genau genommen sind in diesem Gebäude fünf unabhängige Rechenzentren angesiedelt, die hohe Redundanz erlauben und ausreichend Platz für die Hosting- Anforderungen von Kunden bieten. Diese Rechenzentren wurden im Frühjahr 2018 in Betrieb genommen und erfüllen die Tier- 3-Anforderungen sowie die Kategorie D, das „Non plus ultra“, gemäß dem Leitfaden „Betriebssicheres Rechenzentrum“ von Bitkom.

SCHRANKÜBERWACHUNG

Um maximale Ausfallsicherheit zu erzielen, gestaltete Wobcom-Enterprise-Architect Giovanni Coppa jeden IT-Schrank redundant. Ferner überwachen PDUs den Stromverbrauch der angeschlossenen Komponenten. Coppa entschied sich für die intelligenten Rack- PDUs PX5000 von Raritan, da diese über zusätzliche Sensoranschlüsse für Umgebungssensoren verfügen. Damit hat jeder Schrank im Nordkopf zwei PDUs, die von unterschiedlichen Stromkreisen gespeist werden. An jeden Schrank sind zwei kombinierte Temperatur-/ Luftfeuchtesensoren angeschlossen. Außerdem verfügen die Schränke über eine Türverriegelung mit Zugangskontrolle.

ENERGIEEINSPARUNGEN

Die Überwachung des Stromverbrauchs ermöglicht einen energiesparenden Betrieb und eine detaillierte Analyse der Verbraucher im Rechenzentrum. So ist leicht zu erkennen, wann welche Komponenten Spitzenbelastungen verursachen. Dies ermöglicht eine gezielte und effektivere Verteilung der Hardware im Rechenzentrum. Auch mit Strom- und Spannungsmessungen kann die Verfügbarkeit erhöht werden. Um Störungen frühzeitig zu erkennen, sind zusätzliche Messpunkte am Eingang und an den Schutzschaltern praktisch.

TEMPERATUR UND FEUCHTIGKEIT

Für aktive Komponenten gibt es Vorgaben zur Temperatur und Feuchtigkeit, die eingehalten werden müssen. Deshalb sollte die Temperatur direkt am Server-Rack gemessen werden. Auch die Vorgaben zur relativen Luftfeuchtigkeit im Rechenzentrum sind hoch und unterliegen engen Toleranzen. Zu viel Luft kann elektrostatische Aufladung verursachen, zu viel Feuchtigkeit wiederum Korrosion an den installierten Geräten. Die Luftfeuchtigkeit sollte an der eingespeisten Luft gemessen werden, bevor sie durch den Schrank strömt. Wobcom arbeitet mit Warm- und Kaltgangeinhausungen und misst mit kombinierten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren vorn und hinten im Schrank. Diese Messpunkte können für ein Klimamanagement gemäß den Empfehlungen der American Society of Heating, Refrigerating, and Air Conditioning Engineers (ASHRAE) genutzt werden. Die Software PowerIQ unterstützt die Auswertung der Klimadaten.

MODULAR UND EINFACH ZU ERWEITERN

Ein Administrator kann von seinem Arbeitsplatz in der Betriebszentrale aus extern auf die Messdaten zugreifen, sie kontrollieren und auslesen. Dies erfolgt per LAN mit der Überwachungslösung PowerIQ von Sunbird Software. Des Weiteren kann der Administrator Ober- und Untergrenzen sowie Schwellenwerte für Temperatur und Feuchtigkeit eingeben und rollenbasierte Alarmmeldungen für den Fall einrichten, dass diese Grenzwerte über- oder unterschritten werden. Für Giovanni Coppa war wichtig, dass die Lösung „durchgängig modular und einfach zu erweitern ist“.

SUPPORT

Die installierte Hardware lässt sich nun mit der Überwachungssoftware einfach dokumentieren und genau überwachen. Dadurch wird die Wartung des Systems vereinfacht: Störungen können vom Betreiber schneller und besser erkannt werden. Die Wartung ist bei laufendem Betrieb möglich. Die lokalen PDUs mit ihren gut lesbaren LCD-Displays bieten einen schnellen Überblick über die angeschlossenen Komponenten und die zugehörigen Messwerte. Da alle Geräte, einschließlich Sensoren, direkt an die beiden PDUs angeschlossen sind, bleibt die Verkabelung übersichtlich. Dies vereinfacht auch die Wartung.

FAZIT

Coppa erklärt: „Die Lösung erfüllt genau unsere Anforderungen und gibt uns die Möglichkeit, den Betrieb des Rechenzentrums intuitiv durch Facility-Management zu erweitern.“ Er findet es gut, dass die PDUs so viele Sensoren und Module haben und eine Vielzahl von Schnittstellen bieten. Auch die Überwachungslösung PowerIQ kann modular zu einer umfassenden DCIM- Lösung erweitert werden. „Dadurch können wir die PDUs PX5000 mit den Sensoren außerhalb des Rechenzentrums einsetzen und bleiben voll kompatibel.“ Mittelfristig soll auch das andere Rechenzentrum mit dieser Lösung ausgestattet werden. Außerdem möchte Coppa in den Kaltgängen Differential-Luftdrucksensoren anbringen, um auch dort den Luftstrom zu überwachen. So wird ein weiteres Mal sichergestellt, dass die empfindlichen Komponenten ausreichend gekühlt werden.



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